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BMW International Open 2011:
„Ich versuche, die
Stimmung aufzusaugen und positiv zu nutzen“
Interview
mit Martin Kaymer, 1. Runde, 70 Schläge (-2)
Frage:
Herr Kaymer, schwach begonnen, stark aufgehört.
Ihr Resümee der ersten Runde?
Martin Kaymer: Ja, ich habe echt
schlecht angefangen mit zwei Bogeys auf meinen ersten beiden Löchern. An
Bahn elf dachte ich, mit dem zweiten Schlag aufs Grün zu kommen. Es
waren 220 Meter bis zum Anfang vom Grün, normalerweise ist das mit einem
Holz 3 kein Problem. Insgesamt habe ich auf den ersten neun Löchern zu
viele Gedanken im Kopf gehabt, viele Schwunggedanken, auch Gedanken über
den Score, den ich spielen wollte. Der Platz spielt sich sehr einfach,
das kann auch frustrierend sein, wenn man keine Birdies macht. Aber dann
lief es besser. Ich habe fast mit fünf Birdies am Stück aufgehört.
Frage: Was war der Grund für den
Umschwung?
Kaymer: Ich habe ein bisschen
freier gespielt. Ich habe mir nicht mehr so viele Gedanken gemacht. Ich
habe mir gesagt, ‚Du spielst jetzt seit 15 Jahren Golf, irgendwo muss
der Schwung doch sein’. Es hat dann gut zusammengepasst und ich habe ein
paar Putts gelocht. Ich bin sehr zufrieden mit zwei unter Par.
Frage: Ihr Trainer Günter Kessler
ist hier, was ist der Stand bei Ihrem Schwung?
Kaymer: Wir arbeiten an denselben
Sachen wie in den letzten Wochen, und es fühlt sich schon viel besser
an. Wir gehen jetzt gleich noch auf die Range. Es wird besser. Ich muss
einfach nur dran bleiben.
Frage: Sie haben mit Dustin
Johnson zusammen gespielt, den Sie gut kennen. Wie war es, haben Sie
sich viel unterhalten?
Kaymer: Es war sehr angenehm, wir
haben über viele Sachen gesprochen. Auch über München, und dass er gern
hier ist. Es hat viel Positives über das Turnier gesagt, was mich sehr
gefreut hat, denn er hatte mich ja vorher nach meiner Meinung gefragt.
Er ist glücklich hier und wird gut behandelt.
Frage: Haben Sie den Jetlag
inzwischen abgeschüttelt?
Kaymer: Der Jetlag ist Gott sei
Dank vorbei. Jetzt noch ein paar Bälle schlagen, dann noch ein bisschen
ins Fitnessstudio, und dann ausschlafen.
Frage: Wie sehen Sie jetzt Ihre
Chancen für das Turnier?
Kaymer: Auf diesem Golfplatz kann
alles passieren. Ich habe noch 54 Löcher vor mir. Da wird es viele
Chancen geben. Es ist allerdings sehr schwer Birdies zu spielen, weil
die Grüns ziemlich tricky sind. Man muss geduldig bleiben. Und wenn der
Putter heiß läuft, kann ich hier auch sechs, sieben unter Par spielen.
Frage: Sie stehen hier bei Ihrem
Heimturnier natürlich unter sehr genauer Beobachtung. Spielen Sie
deshalb vielleicht zurückhaltender und nicht so aggressiv wie manche
Kollegen?
Kaymer: Ich kann nur aggressiv
spielen, wenn sich der Schwung gut anfühlt. Das war das Problem. Es ist
ein bisschen schade, dass ich bei diesem Turnier, das mir sehr wichtig
ist, inmitten einer Schwungumstellung bin. Aber auf den zweiten Neun
habe ich so gespielt wie sonst auch immer. Wenn ich jetzt noch gut
trainiere, kann ich morgen hoffentlich so weiter spielen wie heute auf
den zweiten Neun.
Frage: Wie nahe waren Sie auf
Ihren zweiten neun Löchern an der idealen Vorstellung von Ihrem Schwung?
Kaymer: Ich bin nah dran, aber
noch nicht da, wo ich hin möchte. Ich bin eben ein Perfektionist.
Deshalb bin ich manchmal etwas ungeduldig, weil ich den Leuten natürlich
etwas bieten möchte. Ich muss einfach nur weiterarbeiten. Ich bin nah
dran, aber es dauert halt noch ein bisschen.
Frage: 3000 Zuschauer haben Ihren
Flight verfolgt. Ist es schwer, das auszublenden?
Kaymer: Das brauche ich nicht
ausblenden. Das finde ich super. Heute Morgen um acht Uhr die ganze
linke Seite der 10. Bahn voll mit Menschen zu sehen – das ist eine extra
Motivation. 2008 habe ich hier nur mit Hilfe der Zuschauer gewonnen. Ich
habe immer noch das Bild vor mir, wie ich auf das 18. Grün geschlagen
habe, und die Tribünen voller Fans mit deutschen Fahnen waren. So eine
Stimmung versuche ich aufzusaugen und positiv zu nutzen.
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