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Stellen
Sie sich vor, Sie sind im Urlaub, machen eine Rundreise um ein noch unbekanntes
Urlaubsland kennen zu lernen, sagen wir einmal Südafrika. Nachdem Sie den
Krüger- National- Park, die tropische Umgebung von Durban und die National-Parks
der Garten Route besucht haben, kommen Sie noch für 8 oder 10 Tage in eine der
schönsten Städte der Welt, nach Kapstadt.
Spätestens jetzt meldet sich Ihre Golfleidenschaft, der Wunsch nach einer Runde
Golf wird größer. Es gibt am Kap der Guten Hoffnung einige Golfplätze, die Sie
schon aus Reise-Berichten, z.B. in GOLFplus, kennen. Golfcourse, die man
gespielt haben sollte.
Ganz einfach denken Sie, kein Problem, ich bin ja einige Tage in Cape Town. Ich
genehmige mir nach Kultur und Natur ein oder zwei Golftage. Also ans Telefon und
eine Startzeit reservieren. Oder
Sie haben mit Golffreunden einen Golf-Pauschal-Urlaub in einem der
südeuropäischen Golfzentren in Spanien, Portugal oder der Türkei gebucht. Alle
Abschlagzeiten wurden vom Reiseveranstalter mit dem Golfpaket vorgebucht. Aber
leider regnet es an einem oder an zwei Tagen. Golfen nicht möglich. Auch hier
denken Sie kein Problem, ich beschaffe mir einfach eine neue Startzeit, damit
ich den versäumten Course, der ja nur einmal im Programm war, um wenigstens
einmal diesen „Superplatz“ zu spielen. Das geht in den meisten Fällen nicht!
Beim Anruf erhalten Sie die Auskunft: Wir sind ausgebucht, eine Startzeit können
Sie frühesten in zwei Wochen oder später erhalten. Aber da ist der Urlaub schon
zu Ende.
Spätestens jetzt stelle ich mir die Frage, wird denn Service für den
umworbenen Gast so klein geschrieben? Was nützt der Aufwand an Werbung durch die
Fremdenverkehrsämter der verschiedenen Länder, durch die Anbieter von
Pauschal-Golf-Reisen, durch Ihr Reisebüro, wenn die kleinste Individualität im
Keim erstickt wird?

Bei meiner Informationsreise 2006 nach Südafrika (Bericht kommt im Mai) machte
ich die Probe aufs Exempel und mit dem Versuch in der Wein-Gegend von Cape Town
beim GC Erinvale und GC Stellenbosch kurzfristig eine Startzeit zu bekommen:
Anruf beim GC Erinvale am 20.2.06, mit der Bitte um eine Startzeit für
den 28.2.06.
Antwort: Sie können bei uns nur für 7 Tage im Voraus buchen, bitte rufen Sie
morgen noch einmal an.
Erneuter Anruf am 21.2.06 um 9 Uhr. Antwort: Sorry, wir sind voll
ausgebucht! Ich frage mich, wie kann um 9 Uhr alles ausgebucht sein, wenn der
Pro Shop erst um 8.30 Uhr öffnet und Buchungen vor dem 21.2. nicht möglich
waren. Ganz einfach ich fühlte mich auf den Arm genommen.
Zweiter Versuch: Anruf beim GC Stellenbosch, mit der Bitte um eine
Startzeit innerhalb der nächsten 7 Tage.
Antwort: Wir sind vollkommen ausgebucht, frühestens in 2 Wochen können
wir reservieren. Oder geben Sie mir Ihre Telefonnummer falls jemand absagt, rufe
ich Sie dann an. Dies war wenigstens gut gemeint. Ich wurde auch angerufen, aber
leider nur für zwei Spieler, wir waren aber vier Spieler!
Bei meinen Gesprächen mit Urlaubern, auf meinen vielen Reisen wurde mir immer
wieder bestätigt, dass dies keine Einzelfälle sind.
Von einigen Club-Managern erhielt ich die Antwort: „Bei uns werden
Startzeiten oft auf ein Jahr im Voraus gebucht (GC Milnerton) oder wir
vergeben die Startzeiten an Reiseveranstalter und Hotels. Individualreisende
oder Gäste mit Wünschen außerhalb der Vorgebuchten Zeiten können leider nicht
erfüllt werden..
Ich bin der Meinung hier muss sich etwas ändern. Die nicht gerade
billigen Urlaube nach Übersee und auch die Golf-Pauschal-Reisen in die
europäischen Golf-Regionen sollten noch ein Minimum an individueller
Gestaltungsmöglichkeit haben. Sonst verkommen die Golfurlaube zur reinen
Massen-Ware. Bei einigen Golfanlagen hat man ja heute schon das Gefühl einer
Massenabfertigung. Alle 6 bis 7 Minuten wird ein Flight auf die Reise geschickt.
Golfrunden über 5 Sunde und mehr sind dann an der Tagesordnung.
Wir sollten uns dagegen wehren, dass wir im Urlaub bei Golf-Clubs landen, die
jede Individualität im Keim ersticken und die das Wort Service einfach nicht
kennen wollen.
Vielleicht beschäftigen sich die Verantwortlichen der Reisebranche, aber
insbesondere auch die Verantwortlichen der Fremdenverkehrsbüros, die ja viel
Geld investieren um Urlauber in ihr Land zu locken, mit der geschilderten
Problematik.
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